Deutschenfeindlichkeit und Mobbing an Schulen – Volkshilfe befragt Lehrergewerkschaft

Donnerstag startete unsere Kampagne gegen Deutschenfeindlichkeit und Mobbing an Schulen mit einem Brief an die Lehrergewerkschaft GEW, welche schon vor zehn Jahren einen Brandbrief veröffentlichte, indem sie auf diese Problematik hinwies. Durch unsere Beratungsgespräche vor Ort wissen wir um die teilweise katastrophalen Zustände unter denen die deutschen Kinder in den Schulen leiden. Deshalb führten wir in den letzten Wochen intensive Gespräche mit Lehrern, Eltern von betroffenen Kinder und den Kindern selber.
Auszüge aus diesen Gesprächen und einzelne Interviews werden wir in den nächsten Wochen veröffentlichen um allen die von diesem Problem bisher verschont blieben, das Ausmaß des Problems vor Augen zu führen. 
Der Brief an die Lehrergewerkschaft GEW ist nur ein kleiner Schritt im Zuge unserer Kampagne. Von ihm erhoffen wir uns nur zusätzliche Informationen,  um unsere Handlungen dementsprechend anzupassen. Den Brief veröffentlichen wir an dieser Stelle für alle Interessierten.

Aber wir wären nicht die Volkshilfe, wenn unsere Arbeit nur daraus bestehen würde Missstände aufzuzeigen und öffentlich zu machen. Deshalb wird es im Laufe der nächsten zwei Monate zu einigen Vortragsveranstaltungen im Raum Gütersloh kommen, bei denen die Referenten sowohl die soziologischen Ursachen für das deutschenfeindliche Mobbing aufzeigen werden, als auch konkrete Ratschläge und Verhaltenshinweise für Eltern geben, um ihre Kinder davor zu schützen in die Opferrolle gedrückt zu werden.
Zusätzlich haben wir eine Broschüre für Eltern drucken lassen, welche in den nächsten Wochen verteilt wird, in der wir ebenfalls konkrete Ratschläge, als auch unsere Hilfsangebote, wie Mentaltrainig für Jugendliche, Kampfsport, rechtliche Unterstützung und die Integration in Netzwerke anbieten. Die Broschüre ist konkret für den Kreis Gütersloh bestimmt, kann aber für Auswärtige gegen eine kleine Spende hier bestellt werden.

Brief an die Gewerkschaft:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Jahr 2009 machten Andrea Posor und Christian Meyer aus dem Ausschuss für multikulturelle Angelegenheiten aus Ihrem Hause auf ein Problem aufmerksam, welches seit mehr als zehn Jahren in unregelmäßigen Abständen zu öffentlichen Diskussionen führt. Sie nannten dieses Phänomen seinerzeit „eine Art Deutschenfeindlichkeit“, welche sich unter vielen Mitschülern mit Migrationshintergrund breitmache.

Die Erläuterung der Deutschenfeindlichkeit durch die Autoren in diesem Brief ließ darauf schließen, dass dieses Problem durchaus hätte ernster genommen werden müssen als es letztlich wurde. Denn in dem Brief ist ja bereits von konkreten Bedrohungen gegenüber deutschen Schülern die Rede und der Aufenthalt auf dem Schulhof wurde von den Autoren für deutsche Kinder gar zum Spießrutenlauf erklärt.

Zur Unterstützung ihrer Aussage zogen die beiden Autoren Aussagen von Richtern und Polizisten über die grassierende Deutschenfeindlichkeit an und bewiesen damit, dass diese kein subjektives Empfinden einiger weniger deutscher Schüler sei, sondern ein Flächenbrand, welcher um sich greift und immer mehr Opfer zu verzeichnen sind.

Die beiden Autoren schlossen ihren Artikel mit einer Erläuterung, woher die Deutschenfeindlichkeit stammen könne und suchten die Ursachen in sozialer Ungerechtigkeit und anderen soziologischen Faktoren wie Neid. Die letzten Sätze galten dem Wunsch, dass sich der Vorstoß Wolfgang Reinharts durchsetzen könne, nachdem der Volksverhetzungsparagraph auch auf Schmähreden auf das deutsche Volk ausgeweitet werden solle, um zu garantieren, dass Beleidigungen gegen Deutsche aufgrund ihrer Herkunft nicht länger als Beleidigungen minderen Wertes betrachtet werden.

Der Artikel Ihrer Kollegen war allerdings bei weitem nicht der erste und auch nicht der letzte dieser Art. Berlin scheint zwar das Epizentrum der Deutschenfeindlichkeit zu sein, so sei an den Vorstoß Robin Juhnkes aus Berlin erinnert, der für Deutschenfeindlichkeit die gleichen Strafmaße wie für Ausländerfeindlichkeit forderte, doch wurden die Beschwerden über Deutschenfeindlichkeit über die letzten Jahre nicht ruhiger, sondern eher immer lauter und regelmäßiger und sind aus allen Teilen der Republik zu vernehmen. Deutschenfeindlichkeit ist also nachweislich kein Problem der Hauptstadt, sondern ein bundesweites Phänomen.

Im Jahr 2017 findet man bei der Suche zum Stichwort „Deutschenfeindlichkeit“ auf Google 30.400 Ergebnisse, was eindeutig aufzeigt, dass dieses Phänomen leider Alltag in unseren Schulen und auf unseren Straßen geworden ist, wenn es auch noch immer Stimmen gibt, welche die Deutschenfeindlichkeit generell abstreiten.

Das Jahr 2015 brachte erneut einen großen Wandel für Deutschland. Über 1.000.000 Flüchtlinge kamen nach Deutschland und ihre Kinder – welche teilweise noch auf ein Zuzugsrecht warten – werden in unser Bildungssystem integriert. Viele der Punkte, welche schon Ihre Kollegen seinerzeit ansprachen, – Unkenntnis der deutschen Sprache, andere Wertvorstellungen, das Verharren im Prekariat – treffen besonders auf diese Gruppe zu, was die Situation an den deutschen Schulen keineswegs gebessert haben dürfte. Dennoch sind die offiziellen Hilferufe seit dem Sommer 2015 auffällig zurückgegangen, obwohl immer wieder Journalisten und vor allem die sozialen Medien die erschreckenden Zustände an den deutschen Schulen aufdeckten.

Als Verein, der sich für deutsche Familien starkmacht und diese unterstützt, führen wir regelmäßig Beratungsgespräche mit Familien durch und kümmern uns um ihre Probleme wie beispielsweise den Umgang mit Ämtern und helfen ihnen in allen Lebenslagen. Dabei ist uns im letzten Jahr aufgefallen, dass die Beschwerden über Deutschenfeindlichkeit sprunghaft gestiegen sind.

In den konkreten Fällen handelt es sich keineswegs um einfaches Hänseln oder Verballhornungen der Namen, wie Ihre Kollegen in ihrem Brief noch schrieben, sondern um konkrete körperliche Gewalt. Deutsche Schulkinder werden mehrmals in der Woche von Kindern mit Migrationshintergrund die Treppen hinuntergetreten, Mülltonnen über den Köpfen von Mädchen ausgekippt, welche als „deutsche Huren“ und „deutsche Schlampen“ bezeichnet werden.

Die Direktoren der Schulen reagieren bei direkter Ansprache auf diese Zustände zumeist mit ausweichenden Antworten und schieben die Vorfälle auf Zufälle und Unglücke ab. In einem Fall sagte eine Lehrkraft sogar, dass das Mädchen ja selber schuld sei, wenn es sich nicht wehre. Leider haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Lehrer vor Ort gar nicht mitbekommen, was konkret in der Klasse passiert oder gar nicht die Machtmittel haben, um die deutschen Kinder aus der Schussbahn zu bringen. Deshalb wenden sich diese Familien zusehends an uns, um die gebrauchte Hilfe von uns zu bekommen.

Als Gewerkschaft der Lehrkräfte stellen wir Ihnen deshalb an dieser Stelle die Frage, wie Sie gegen Deutschenfeindlichkeit an den Schulen vorgehen. Dazu möchten wir gerne Folgendes wissen:

Was haben Sie als Gewerkschaft in den zehn Jahren seit Erscheinen Ihres Briefes angeregt und was davon wurde umgesetzt?

Was wird konkret unternommen, um dieses Phänomen nicht nur einzudämmen, sondern es aus der Welt zu schaffen?

Wie viel Aufwand wird dazu betrieben im Vergleich zum Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit? Was fordern Sie weitergehend von der Politik, um Sie bei dieser Arbeit zu unterstützen und in welcher Form fordern Sie das?

Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung dieses Phänomens, basierend auf Ihren Erfahrungen, ein?

Was raten Sie Familien, deren Kinder Opfer von Deutschenfeindlichkeit sind, um aus diesem Leid zu entkommen?

Mit der offiziellen Antwort auf diese Fragen von Ihrer Stelle ließe sich unsere Arbeit vor Ort ergänzen, um dadurch Kinderseelen Leid zu ersparen und bereits erlittenes Leid zu einem Teil vergessen zu machen.

Mit freundlichen Grüßen,

Achim Kemper

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